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DIE SCHRIFTZEICHEN

Immer wieder kommt es zu Diskussionen über die "richtige" Schreibweise des Begriffs "JŪJUTSU". Dazu ist folgendes zu sagen: Die einzige wohl unbestritten korrekte Form ist die Verwendung der japanischen Schrift.

Diese ist in drei Gruppen unterteilt: die sino-japanischen Kanji, bei denen ein Wort oder ein Teil eines Begriffs mit einem Zeichen wiedergegeben wird.
Die beiden Kanji für J(i)u Jitsu (Jutsu) sind im linken Teil der untenstehenden Abbildung dargestellt; die beiden anderen Gruppen sind zwei "Kana" genannte, später entstandene Silbenschriften, nämlich Katakana und Hiragana.

Für die meisten dieser Schriftzeichen gibt es zudem zumindest zwei Lesarten, nämlich die sino-japanische On- und die rein japanische Kun-Lesung.

 

Je nach Bedeutung oder Bedeutungsnuance kann ein Zeichen auch mehrere On- bzw. Kun- Lesungen haben. In der Abbildung sind die On-Lesungen in Großbuchstaben, die Kun-Lesungen mit Kleinbuchstaben dargestellt.

 

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Für die Transkription in die lateinische Schrift gibt es verschiedene Umschrift-Systeme. Die drei bekanntesten sind Nipponshiki, Kunreishiki und Hebonshiki (Hepburn-System).

 

Es handelt sich dabei im Prinzip um die Wiedergabe der jeweiligen Laute mit lateinischen Buchstaben. Unter Umständen kann daher auch die Umschrift eines Wortes aus der Hochsprache, bzw. aus umgangssprachlichen oder regionalen Lautfärbungen zu unterschiedlichen Ergebnissen führen (beispielsweise hatten auch die Samurai eine ganz besondere Form, zu sprechen).

 

  • Das Nipponshiki genannte Umschriftsystem hatte 1881 TANAKADATE Aikitsu vorgelegt.

  • Das Hepburn-System ("Hebonshiki") wurde nach dem amerikanischen Missionar James Curtis HEPBURN benannt, welcher diese Methode für die dritte Auflage seines 1886 erschienenen japanisch-englischen Wörterbuches benutzt hat. Es ist heute das im Westen am häufigsten benutzte Umschriftsystem. Mittlerweile gibt es davon auch eine modernisierte Form, in welcher lange Vokale besonders gekennzeichnet werden (etwa "ou", "uu", bzw."ō" und "ū".

  • Das dem Nipponshiki nahestehende Kunreishiki schließlich wurde durch einen japanischen Regierungsbeschluß 1937 erstmals für den Amtsgebrauch eingeführt und 1954 in einer Richtlinie empfohlen, aber nicht bindend vorgeschrieben.

 

In Japan selbst verwenden heute verschiedene Regierungsämter und Ministerien unterschiedliche Umschriftsysteme. Es gibt kein weltweit "einzig anerkanntes", "offizielles" Transkriptionssystem. Aus diesem Grund ist es nicht angebracht, eine bestimmte lateinische Schreibweise von JŪJUTSU (Jiu-Jitsu, Ju-Jitsu, Ju-Jutsu, etc.) als die einzig richtige, und daher alle anderen Formen als falsch zu bezeichnen.
Abgesehen davon kann in manchen Ländern die verwendete Schreibweise ein Hinweis darauf sein, welcher Stilrichtung oder Organisation jemand angehört.

Der Jiu Jitsu Verband Österreich (JJVÖ) wählte seine Umschrift "Jiu Jitsu" nach einer in Österreich spätestens seit den 1920er-Jahren bestehenden Tradition. Für die Übersetzung des Verbandsnamens ins Englische wird die vor allem im englischen Sprachraum weit verbreitete Schreibung "Ju Jitsu" (Austrian Ju Jitsu Federation) verwendet. Der Verbandsname in japanischer Schrift steht, bei Verwendung des Hepburn-Systems und der japanischen Hochsprache, für die Schreibung "Jujutsu", bzw. Jūjutsu (Ōsutoria Jūjutsu Renmei). Auch unser Verein verwendet seit 2015 offiziell die Schreibweise "Jujutsu" (Jujutsu Verein Ottakring). Auf die Kennzeichnung des langen "U" wurde auf Anraten eines Vertreters der Vereinsbehörde aus praktischen Gründen verzichtet.

Ausgesprochen werden die Zeichen etwa Dschjuu Dschits(u), Dschuu Dschits(u) oder Dschuu Dschuts(u); das "U" am Schluß des ersten Wortes wird jedenfalls gedehnt, jenes am Schluß des zweiten Wortes kaum hörbar ausgesprochen, oder ganz weggelassen.